10 Dinge, die du beim Kauf eines Diktergerätes beachten solltest

Diktiergeräte gibt es viele am Markt. Allein ein Blick bei Google genügt um schon bei den großen Marken Grundig, Philip, Sony, Olympus mehrere Geräte verschiedener Ausstattung und Preisklassen auszumachen. Dazu kommen noch etliche von weniger bekannten Herstellern. Das fällt die Wahl nicht leicht. Beim Kauf eines Diktiergerätes gibt es viele Dinge zu beachten – wir zeigen dir, welche Fragen du dir besser vorab für dich beantwortest und wie du Schritt für Schritt zum passenden Diktiergerät für deine Ansprüche findest.

1. Analog oder Digital

Kompakte digitale Diktiergeräte dominieren heutzutage das Bild

Kompakte digitale Diktiergeräte dominieren heutzutage das Bild

Die grundlegende und über alles stehende Frage ist die wo deine Sprachaufzeichnungen gespeichert werden: analoge Diktiergeräte nutzen Kassetten als Speichermedien. Digitale Diktiergeräte dagegen setzen auf ihren internen Speicher, welcher meist mit einer externen Speicherkarte zusätzlich erweiterbar ist. Digitale Diktiergeräte haben den Vorteil, dass sie je nach Aufnahmeformat eine höhere Audioqualität erzielen und zudem deutlich vielfältigere Möglichkeiten bieten, deine Sprachaufzeichnungen später noch zu editieren.

Eine genaue Übersicht aller Vor- und Nachteile zwischen analogen und digitale Aufnahmeverfahren haben wir dir in einem Extra-Artikel zusammengestellt.

2. Einsatzgebiet

Wichtig ist auch, wo du das Diktiergerät einsetzen möchtest. Setzt du eher auf einen Voice Recorder, den du für einzelne Sprachnotizen an den Mund hälst? Dann genügt ein vergleichsweise günstiges Gerät, da das Mikrofon nicht so empfindlich sein muss. Gute Modelle dafür sind zum Beispiel das GHB 8GB Digital Diktiergerät.

Für den Einsatz im Büro ist es wichtig, dass dein Diktiergerät auch die Gespräche von mehreren Personen aus einigen Metern Entfernung verständlich aufzeichnet. Hierfür benötigst du schon ein besseres Mikro. Außerdem ist die schnelle und komfortable Wiedergabe wichtig, falls die Sprachmemos später abgetippt werden sollen. Hilfreich ist in diesem Fall, gleich die passende PC-Software zur Weiterverarbeitung mitgeliefert zu bekommen. Wir können für solche Zwecke das Olympus Diktiergerät DS-2500 empfehlen.

Journalisten oder auch Studenten dagegen brauchen eher leichte und gut in der Hand liegende Diktiergeräte. Diese sind zwar nicht so reich an Funktionen, dafür glänzen sie aber mit geringem Gewicht und guter Ergonomie.

Auch hier kannst du gerne in unserem Ratgeber zum Thema: „Einsatzgebiete für Diktiergeräte“ in Detail gehen.

3. USB Stick, Voice Recorder oder vollwertiges Diktiergerät?

Nachdem du die erste Entscheidung getroffen hast, solltest du über die Einsatzzwecke des Gerätes nachdenken. Möchtest du es für gelegentliche Aufnahmen benutzen, Besprechungen mitschneiden oder gar für verdeckte Aufzeichnungen gebrauchen? Dann raten wir dir zu einem USB-Stick mit Aufnahmefunktion. Diese sind günstig, praktisch in der Handhabung, lasen sich meist alternativ als Speicherstick einsetzen – bieten jedoch keine weiteren Zusatzfunktionen. Wir haben für dich ein paar USB-Sticks auf Herz und Nieren geprüft: unsere Testsieger bekommst die in dieser Übersicht.

Diktiergeräte verfügen über viele unterschiedliche Aufnahmemodi und Funktionen

Diktiergeräte verfügen über viele unterschiedliche Aufnahmemodi und Funktionen

Interviews, Vorlesungen und Seminare zeichnest du dagegen am besten mit einem Voice-Recorder auf. Diese Modelle verfügen bereits über erste Wiedergabe und Bearbeitungsfunktion sowie in der Regel über verschiedene Aufnahmemodi. Professioneller sind die klassischen Diktiergeräte, welche von 30EUR bis über 500EUR reichen. Sie verfügen über professionelle Ausstattung, sodass sie auch in Kanzleien, Arztpraxen, Übersetzungsbüros und Krankenhäusern Anwendung finden – aber natürlich auch für Meetings und Konferenzen im Büro eingesetzt werden. Der Großteil unserer getesteten Geräte fällt in diese Kategorie. Wir haben dir eine Übersicht mit den Testsiegern unter den Diktiergeräten zusammengestellt.

Noch eine Nummer größer und aber wirklich an professionelle Übersetzungsbüros und Schreibstuben gerichtet, sind die stationären Diktierstationen.

4. Akku- oder Batterie

Akku oder Batterie entscheiden nicht nur über die Laufzeit, sondern auch über das Nutzungsverhalten. Viele Geräte setzen auf wechselbare und wiederaufladbare Batterien. In diesem Fall kannst du dich mit solchen bevorraten und dir geht auch bei längeren Outdoorstrecken oder Meetings nicht die Puste aus. Etwas komplizierter wird es bei den internen Akkus, diese sind zwingend von einer Stromquelle abhängig, haben meist nicht so lange Laufzeiten und können in der Regel auch nicht einfach ausgetauscht werden.
Wir raten deshalb zu Geräten mit schnell wechsel- und wiederaufladbaren externen Batterien.

5. Speicher

Fast alle Modelle lassen sich seitlich mit einer Speicherkarte aufrüsten

Fast alle Modelle lassen sich seitlich mit einer Speicherkarte aufrüsten

Ein weiteres wichtiges Kritierium ist natürlich die Speichergröße. Sie gibt an, wieviele Stunden du aufnehmen kannst. Bei Analogen Diktiergeräten entscheidet die Bandlänge der (Mini)Kasette. Digitale Geräte setzen dagegen auf internen Speicher (meist 1GB – 8GB) und zusätzlich auf optionale Speicherkarten. Natürlich hängt die Aufnahmezeit auch von der Dateigröße und deren Qualität ab (dazu später mehr) – jedoch gilt als Faustregel, auf je mehr Speicherkapazität du zurückgreifen kannst, desto weniger wirst du an Limitierungen stoßen. Achte deshalb darauf, dass dein Diktiergerät wenn möglich mit einer Speicherkarte erweiterbar ist.

Passende Speicherkarten und gute Angebote haben wir dir in einer Speicherkarten-Übersicht zusammengestellt.

6. Aufnahmequalitäten

Viele Diktiergeräte bieten unterschiedliche Aufnahmequalitäten an. Hier solltest du gleich von Anfang an abwägen, auf welches Qualitätslevel du am Ende setzen willst. Die Abkürzung HQ steht für kürzere Aufnahmen mit sehr hoher Audioqualität. Die ist beispielsweise für typische Musikaufzeichnungen optimal benötigt jedoch ordentlich Speicherplatz auf deinem Gerät (Speicherkartenerweiterung empfehlenswert). SP steht für etwas längere Aufzeichnungen in durchschnittlicher Qualität. Typische Szenarien dafür sind Meetings und Kongresse die mit einem guten und verständlichen Klangbild aufgezeichnet werden sollen. LP steht am Ende der Fahnenstange für sehr lange Aufzeichnungen mit schlechterer Audioqualität. Das genügt für kurze Memos, Sprachnotizen oder Vorlesungen, welche einfach nur festgehalten werden sollen.

Unterm Strich gibt es hier kein „gut“ oder „schlecht“ sondern einfach nur unpassend. Du solltest für deine Zwecke individuell abwägen, welches Format am besten passt.

7. Kompressionstechnik

Diktiergerätehersteller bieten dir verschiedene Kompressionslevel für unterschiedliche Ansprüche, Klangqualitäten und Dateigrößen. Die drei gängigsten sind MP3, WAV und WMA – es gibt aber auch proprietäre Audiocodecs, die Spezialsoftware zum Abspielen auf anderen Systemen erfordern.
Generell solltest du für dich entscheiden, welche Zwecke du mit dem Gerät verfolgen möchtest. Für normale Sprachaufnahmen genügt das klassische MP3. Mit 128 kBit/s wirst du ein angenehmes Klangbild erhalten. Für feinere Nuancen oder gar Musik sollte es dagegen schon Richtung 256 kBit/s oder gar 320 kBit/s gehen. MP3 wird beim Speichern komprimiert, was immer etwas Qualitätsverlust aber auch kleinere Dateigrößen zur Folge hat.
WAV Dateien sind dagegen unkomprimiert. Sie bieten damit eine durchweg gute Klangqualität, aber belgen auch ordentlich Speicherplatz auf deinem Gerät.
Eine gute Mischung ist das recht neue DSS- oder DSS-Pro-Format. Die Komprimierung erfolgt auch hier, jedoch speziell für Sprachaufnahmen optimiert. Zusätzlich hat du bei diesem Format die Möglichkeit, deine Sprachmemos vielfältig nachzubearbeiten (zB. Aufnahmen mittendrin einzufügen). Der DSS Standard ist aus unserer Sicht in vielen Fällen am flexibelsten – wird aufgrnd der höheren Lizensierungskosten jedoch vergleichsweise selten angeboten.

WMA als Windows-eigenes Format ist heute nicht mehr so gebräuchlich.

Weitere Infos erhälst du in unserem entsprechenden Artikel über die Aufnahmeformate.

8. Anschlüsse

Klinkenanschlüsse bei einem Diktiergerät - für dein Headset

Klinkenanschlüsse bei einem Diktiergerät – für dein Headset

Fast allen Diktiergeräten ist gemeinsam, dass sie über einen USB-Anschluss verfügen. Der ermöglicht das Übertragen deiner Sprachdateien auf den PC und manchmal auch das Aufladen des internen Akkus. Darüber hinaus besitzen viele Geräte auch einen Kopfhöreranschluss, mit dem du sowohl deine eigenen Sprachmemos als auch (bei guten Modellen) Musik hören kannst.

Einige höherwertige Modelle bieten zudem einen Mikrofoneingang für externe Mikrofone. Gerade bei Gesprächen aus Entfernung mit mehr als nur einer Person (Meetings, Seminare, Vorlesungen) erhöhen diese oftmals die Klangqualität merklich.

9. Weiterbearbeitungsmöglichkeiten

Je nach Aufnahmeverfahren kannst du bei vielen Diktiergeräten auf vielfältige Weiterbearbeitungsfunktionen zurückgreifen. Einfache Diktiergeräte im MP3-Format beherrschen meist nur Spulen und Überschreiben. Beim DSS Format kannst du zusätzlich noch Angaben Anhängen oder Sprachnotizen zwischen vorhandene Memos einbauen. Viele Diktiergeräte helfen dir bei der Archivierung deiner Memos mit übersichtlichen Ordnern (die zum Teil selbst benannt werden können) oder zumindest chronologischer Sortierung. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten anhand von selbst gesetzten Indexmarken Kapitel oder wichtige Stellen in der Aufzeichnung direkt anzuspringen.

Nach der Übertragung ist eine Nachbearbeitung oder automatische Verschriftlichung am PC häufig üblich. Auch dazu haben wir passende Diktiergeräte-Software getestet.


Ein paar gute Modelle, die wir dir aus unseren Testerfahrungen empfehlen können findest du im Folgenden:

Kauftipps

Aus meinen Tests haben sich unter den Kandidaten 3 besondere Empfehlungen herauskristallisiert.
  • Hersteller
  • interne Speicherkapazität
  • Speicherwerweiterung
  • Aufzeichnungsdauer
  • Aufnahmemodi
  • Stromversorgung
  • Gewicht
  • Besonderheiten

GHB 8GB Digital Diktiergerät

  • Das günstige Diktiergerät für Einsteiger
  • Hersteller: GHB
  • interne Speicherkapazität: 8GB
  • Speicherwerweiterung: -
  • Aufzeichnungsdauer: ca. 130h (höchste Qualität)
  • Aufnahmemodi: SP, LP, SP Voice, LP Voice
  • Stromversorgung: interne Lithium-Batterie
  • Gewicht: 200g
  • Besonderheiten: 4 Aufnahmemodi, Telefongespräche mitschneiden

Philips Digital Voice Tracer 6000

  • Gute Verarbeitung und Bedienung sowie viele Features
  • Hersteller: Philips
  • interne Speicherkapazität: 4GB
  • Speicherwerweiterung: Micro-SD Speicherkarte
  • Aufzeichnungsdauer: bis ca. 1135h
  • Aufnahmemodi: PCM, SHQ, HQ , SP, LP
  • Stromversorgung: interner Akku
  • Gewicht: 84g
  • Besonderheiten: ausklappbares Ministativ, programmierbare Funktionstatsen, Zoommikro, Bewegungssensor

Phillips DPM8000 Diktiergerät

  • Der Primus für professionelle Aufnahmen
  • Hersteller: Philips
  • interne Speicherkapazität: -
  • Speicherwerweiterung: 4 GB SD-Speicherkarte beiliegend
  • Aufzeichnungsdauer: bis max. 700 Stunden
  • Aufnahmemodi: SP, QP
  • Stromversorgung: interne Lithium-Batterie
  • Gewicht: 117g
  • Besonderheiten: Erweiterte Sicherheitsfunktionen wie Pin-Sperre, Dateiverschlüsselung, 3D-Mikrofon, Bewegungssensor für Mikrofonauswahl, Barcode-Scanner